mehr als 50 Demenzformen bekannt sind?
Alzheimer
Liebe Leserinnen und Leser,
diese Website dient der allgemeinen Information über diverse Therapiegebiete. Diese Website ist nicht als Therapieberatung, Diagnose oder als Ersatz für ärztlichen Rat gedacht. Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder vermuten, dass Sie oder eine Ihnen nahestehende Person erkrankt ist, wenden Sie sich bitte umgehend an eine medizinische Fachkraft!
Alzheimer – was ist das?
Die Alzheimer-Krankheit wird auch als Morbus Alzheimer oder senile Demenz vom Alzheimer-Typ bezeichnet und stellt eine degenerative Erkrankung des Gehirns dar. Meist tritt sie im höheren Alter auf. Mit fortschreitendem Krankheitsverlauf kommt es zu Beeinträchtigungen bei der Konzentration, Aufmerksamkeit, Orientierung und vor allem bei Gedächtnis- und Denkleistungen, bis den betroffenen Personen schließlich auch die einfachsten Erledigungen des täglichen Lebens nicht mehr möglich sind.
Alzheimer ist eine Form von Demenz
Der Begriff der Demenz wird häufig mit der Alzheimer-Krankheit gleichgesetzt. Alzheimer bezeichnet allerdings nur einen bestimmten Demenztyp unter vielen anderen möglichen Demenz-erkrankungen.
Etwa zwei Drittel aller an einer Demenz erkrankten Personen sind von Alzheimer betroffen. Somit ist die Alzheimer-Krankheit die häufigste Ursache der Demenz in höherem Alter.
Weitere Ursachen einer Demenz können Erkrankungen von Blut-gefäßen im Gehirn (sogenannte vaskuläre Demenz), Morbus Par-kinson oder andere degenerative Veränderungen im Gehirn (z.B. frontotemporale Demenz und Lewy-Körperchen-Demenz) sein.
Charakteristisch für alle Demenzerkrankungen ist der allmähliche Verlust des Denk- und Erinnerungsvermögens. Diese gehen mit einer Beeinträchtigung des täglichen Lebens und Aktivitäten einher.
Andere Ursachen für Gedächtnisstörungen
Grundsätzlich handelt es sich bei Alzheimer nicht um ein normales Phänomen des Alterungsprozesses. Nicht jeder, der im Alter Gedächt-nisprobleme hat, leidet an einer Alzheimer-Erkrankung! Eine leichte Vergesslichkeit kann ein normaler Bestandteil des Älterwerdens sein. Ältere Personen stellen oft fest, dass sie für Alltägliches länger brauchen als früher, Neues erlernen schwerer fällt oder dass sie sich nicht mehr so gut an bestimmte Dinge erinnern können.
Gedächtnisstörungen können häufig auf bestimmte Erkrankungen oder gesundheitliche Probleme zurückgeführt werden, die eventuell gut behandelbar sind. So können auch Nebenwirkungen von Medikamenten, ein Vitamin-B12-Mangel sowie Leber- oder Nierenfunktions-störungen zu Gedächtnisstörungen und im schlimmsten Fall zu einer Demenz führen. Emotionale Belas-tungen wie Stress, Angststörungen oder Depressionen können ebenfalls zu Einschränkungen der Denk- und Gedächtnisfunktionen führen und schnell mit einer Demenzerkrankung verwechselt werden.
Eine gesicherte Diagnose, ob eine Alzheimer-Erkrankung vorliegt, können nur Fachärztinnen und Fachärzte stellen.
Abgrenzung von leichten kognitiven Beeinträchtigungen
Bei älteren Menschen können Gedächtnisstörungen auch ein Hinweis für eine leichte Einschränkung der Denkfunktionen sein, die als leichte kognitive Beeinträchtigung (Mild Cognitive Impairment, MCI) bezeichnet wird. Bei dieser Erkrankung kommt es zu einer aus-geprägteren Gedächtnisstörung als bei gesunden Personen desselben Alters, dennoch sind die Symptome nicht so schwerwiegend wie bei Alzheimer. Personen mit MCI sind weiterhin fähig, ihre alltäglichen Aufgaben zu verrichten und leiden meist nicht an den typischen Alzheimer-Symptomen wie Verwirrung oder Aufmerksamkeits- bzw. Sprachstörungen.
Zu den Anzeichen einer leichten kognitiven Beeinträchtigung ge-hören zum Beispiel das häufige Verlegen von Gegenständen, das Vergessen wichtiger Ereignissen und Termine sowie wiederkehrende Wortfindungsstörungen. Das Risiko für MCI-Betroffene letztlich Alzheimer zu bekommen ist erhöht.
Ursachen
Die genaue Ursache für Alzheimer ist noch nicht vollständig geklärt. Charakteristisch für die Krankheit sind allerdings abnormale Proteinablagerungen (Plaques) und fibilliäre Ablagerungen (Neuro-fibrillenbündel) im Gehirn, die als kennzeichnende organische Ge-hirnsubstanzveränderung gelten.
Je mehr Plaques und fibrilläre Ablagerungen sich bilden, umso weniger gut funktionieren gesunde Nervenzellen und umso schlechter wird deren Fähigkeit, miteinander zu kommunizieren. Im weiteren Verlauf sterben die Nervenzellen ab, was zu einer Minderung der Hirnmasse führt.
Symptome
Die Alzheimer-Krankheit hat viele Gesichter: nicht bei jedem Betroffenen sind die Symptome gleich oder gleich stark ausgeprägt. Die Krankheit kann auch unterschiedlich schnell voranschreiten. Meist entwickelt sich Alzheimer über viele Jahre oder auch Jahrzehnte hinweg und kann sich zu einer leichten, mittleren bis letztlich zu einer schweren Ausprägung entwickeln.
Die ersten typischen Symptome treten meistens ab dem 65. Lebensjahr auf, wobei das Erkrankungsrisiko mit steigendem Alter zunimmt. Zwar können auch Jüngere ab 30 an Alzheimer erkranken, jedoch tritt die Krankheit vor dem 65. Lebensjahr sehr viel seltener auf.
Das erste Anzeichen kann eine leichte Vergesslichkeit sein. Die Betroffenen können sich nicht mehr an kürzlich Stattgefundenes erinnern, stellen immer wieder dieselben Fragen oder finden sich an ihnen bekannten Orten nicht mehr zurecht. Sie scheinen äußerlich gesund zu sein, haben aber zunehmende Probleme, ihre Umgebung und Umwelt im Alltag sinnvoll zu erfassen.
Oft verschlechtern sich die Gedächtnisleistungen von Patient:innen im Laufe der Zeit, bis sie schließlich große Schwierigkeiten haben, ihre
Familienangehörigen, Freunde und Bekannten zu erkennen. In diesem mittleren Stadium werden die betroffenen Personen häufig auch in ihrem Verhalten auffällig.
Alzheimer-Erkrankte können zunehmend unruhig, erregt oder ärgerlich erscheinen, wandern scheinbar ziellos umher oder reagieren unerwartet aggressiv. Mit fortschreitender Erkrankung verlieren die Patient:innen meist die Fähigkeit, mit anderen Men-schen sinnvoll zu kommunizieren. In diesem Stadium kommt es sehr oft zu vermehrtem Schlafbedürfnis, Gewichtsabnahme, Schluckstörungen und zum Kontrollverlust über Blasen- und Darmfunktion.
Mit fortschreitender Erkrankung können die Beeinträchtigungen so schwerwiegend werden, dass die Betroffenen dauerhaft betreut und gepflegt werden müssen.
Wussten Sie das …
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Die Alzheimer-Krankheit nach dem Münchner Arzt Dr. Alois Alzheimer benannt ist?
Weitere nützliche Informationen
Zur Entlastung und Unterstützung von Betroffenen und deren Ange-hörigen gibt es umfassende öffentliche und private Angebote.
Unter Alzheimer leiden nicht nur die Patient:innen, sondern auch das nahe Umfeld. Dieses leistet durch seinen Einsatz bei der häuslichen Pflege und einen unersetzlichen Beitrag zur Betreuung. Oft müssen Menschen dabei die Erfahrung machen, dass Patient:innen und auch sie selbst sozial ausge-grenzt werden. Zudem ist die Pflege nicht nur physisch und psychisch be-lastend, sondern wirft manchmal auch rechtliche und finanzielle Fragen auf.
Über Anlaufstellen informieren unter anderem folgende Ansprechpartner:
Verein „Alzheimer Austria“
Obere Augartenstraße 26–28
A-1020 Wien
Tel./Fax: +43 1 332 51 66
www.alzheimer-selbsthilfe.at
Der Verein „Alzheimer Austria“ ist eine Selbsthilfegruppe, die 1990 gegründet wurde, um eine Vertretung für Betroffenen und Angehörigen zu schaffen. Ihr Ziel ist es, Angehörige zu unterstützen und ihnen rasch dringend benötigte Informationen zu vermitteln.
Der Verein „Alzheimer Austria“ ist Mitglied von
- Alzheimer Europe und
- Alzheimer’s Disease International (ADI)
und arbeitet mit allen Alzheimer Selbsthilfegruppen
in Österreich zusammen.
GerontoPsychiatrisches Zentrum
Modecenterstraße 14/C/1. OG
A-1030 Wien
Tel. +43 1 40 00 – 530 90
www.psd-wien.at/einrichtung/gerontopsychiatrisches-zentrum
Im GerontoPsychiatrischen Zentrum des Psychosozialen Dienstes steht ein Team von spezialisierten Mitarbeiter:innen aus den Fachbereichen Psychiatrie, Neurologie, Psychologie und Psychiatrische Krankenpflege zur Verfügung. Das Angebot umfasst folgende Leistungen:
- Ambulante gerontopsychiatrische Beratung
- klinisch psychiatrische und neurologische Untersuchung
- Abklärung der psychosozialen Problematik
- Neuropsychologische Untersuchung in eigener Memory-Clinic
- Telefonische Beratung und Information für Allgemeinmediziner:innen sowie medizinische, pflegende und soziale Dienste
- Telefonische und persönliche Information und Beratung für Angehörige
VOLKSHILFE Österreich
Auerspergstraße 4, 1010 Wien
demenzhilfe@volkshilfe.at
Tel.: +43 1 402 62 09
www.demenz-hilfe.at
Die Volkshilfe hat langjährige Expertise in der Entwicklung und Durchführung von Projekten für Menschen, die mit Demenz leben müssen. Aus dieser Erfahrung entstand die Initiative Demenzhilfe Österreich.
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