Depression
Liebe Leserinnen und Leser,
diese Website dient der allgemeinen Information über diverse Therapiegebiete. Diese Website ist nicht als Therapieberatung, Diagnose oder als Ersatz für ärztlichen Rat gedacht. Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder vermuten, dass Sie oder eine Ihnen nahestehende Person erkrankt ist, wenden Sie sich bitte umgehend an eine medizinische Fachkraft!
Umgang mit einer Depression
Eine Depression bezeichnet eine bestimmte Krankheit und sollte nicht mit Gefühlen wie Niedergeschlagenheit oder Traurigkeit verwechselt werden. Traurig oder unglücklich fühlt sich jeder Mensch manchmal im Leben. Bei einer Depression leiden Betroffene jedoch über einen längeren Zeitraum unter intensiven negativen Gefühlen, wie Deprimiertheit, Antriebs-, Freud- und Hoffnungslosigkeit, Ängsten, Grübelneigung oder Schlafstörungen.
Jeder Mensch kann an einer Depression erkranken. Aktuelle Studien zeigen, dass pro Jahr eine von zehn Personen an einer bestimmten Form von Depression erkrankt. Auch erfolgreiche und berühmte Personen, für die scheinbar alles perfekt läuft, können unerwartet mit Depressionen kämpfen. Depressionen können auch in jedem Alter auftreten.
Bei manchen Betroffenen tritt die Krankheit in Form einer einzigen depressiven Episode auf, bei der Mehrheit kommen diese Episoden häufiger vor. Meist dauert es zwischen 6 Monaten und einem Jahr oder auch länger, bis sich die Patient:innen von einer Depression erholen.
Das Leben mit Depressionen ist für Betroffene als auch für deren soziales Umfeld oft sehr schwierig. In vielen Fällen ist es auch nicht einfach, eine Depression zu erkennen. Diese Broschüre soll helfen, Symptome besser zu erkennen. Außerdem bietet sie weitere wichtige Informationen für Angehörige und betroffene Personen.
Symptome und Krankheitszeichen
Die hier angeführten Symptome treten häufig bei einer Depression auf. Wenn mindestens vier der unten angeführten Symptome länger als zwei Wochen auftreten, sollten Betroffene sich zur weiteren Abklärung unbedingt an eine Ärztin oder einen Arzt wenden.
- Antriebsschwäche, Müdigkeit, Abgeschlagenheit, schnelle Erschöpfung
- Andauernde Traurigkeit
- Mangelndes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl
- Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörungen
- Unfähigkeit, Dinge zu genießen, die normalerweise angenehm oder interessant sind (Anhedonie)
- Ängste
- Meiden anderer Personen, manchmal sogar sehr guter Freunde (sozialer Rückzug)
- Gefühle von Hilf-, Freud- und Hoffnungslosigkeit
- Schlafstörungen (Ein- und Durchschlafstörungen)
- Schuldgefühle oder Gefühle von Wertlosigkeit
- Zunehmende Schwierigkeiten am Arbeitsplatz/in der Schule/im Studium
- Appetitmangel
- Verlust des Interesses an sexueller Aktivität (Libidoverlust)
- Körperliche Schmerzen und Beschwerden
- Selbsttötungsabsichten und Gedanken an den Tod
- Selbstverletzungen
Ursachen der Depression
Die genaue Ursache von Depressionen ist noch unbekannt. Aus heutiger wissenschaftlicher Sicht ist es am wahrscheinlichsten ein Zusammenspiel verschiedener genetischer, biologischer, umweltbedingter und psychologischer Faktoren.
Depressive Erkrankungen gehen mit einer Störung des Stoffwech-sels im Gehirn einher. Es gibt die Theorie, dass bei einer Depression wichtige chemische Botenstoffe
(Neurotransmitter) aus dem Gleichgewicht geraten sind, welche Reize zwischen den Gehirnzellen weiter-leiten.
Manchmal sind Depressionen familiär bedingt, sie können aber auch bei Personen ohne familiäre Vorgeschichte auftreten. Eine De-pression kann sich z.B. aufgrund einer körperlichen Erkrankung, Erlebnissen in der Kindheit, Arbeitslosigkeit, nach Todesfällen oder anderen belastenden Ereignissen entwickeln. Teilweise ist aber auch keine konkrete Ursache erkennbar.
50 % der depressiven Menschen leiden zusätzlich an anderen Krankheiten (Komorbiditäten), welche ursächlich mit der Depression zusammenhängen können, aber nicht müssen. Häufige Komorbiditäten bei einer Depression sind andere psychische Erkrankungen wie z.B. Angststörungen, Essstörungen oder ADHS. In manchen Fällen leiden depressive Patient:innen auch unter körperlichen Erkrankungen, wie z.B. Diabetes oder Herz-Kreislauferkrankungen.
Hilfe bei Depressionen
Der erste Schritt auf dem Weg zur Behandlung einer Depression ist normalerweise ein Besuch bei der Hausärztin oder dem Hausarzt. Die-se oder dieser wird vor dem Beginn einer Therapie Fragen zu den möglichen Ursachen und Auswirkungen der Depressionen stellen und wie die Depression sich auf die geistige und körperliche Gesundheit auswirkt. Dieser erste Arztbesuch fällt vielen Patient:innen schwer. Manche Betroffene kommen mit dieser Situation besser zurecht, wenn sie vorher aufschreiben, was sie be-sonders bedrückt oder beschäftigt. Manchen Patient:innen hilft es auch, wenn Freund:innen oder Familienmitglieder sie begleiten.
Für den weiteren Therapie- und Heilungsverlauf ist es wichtig, dass zwischen Betroffenen und Behandelnden Einigkeit, Vertrauen und Akzeptanz hinsichtlich der geplanten Therapie besteht. Patient:innen sollten versuchen, offen über ihre Symptome und deren Auswirkungen auf den Alltag zu sprechen.
Zur weiteren Behandlung und Beratung können Betroffene an Psychi-ater:innen oder Psycholog:innen überwiesen werden. Gesprächsthe-rapien, wie z.B. die Verhaltenstherapie, sind bei Depressionen, neben der medikamentösen Therapie, sehr wirksam.
Verhalten in der Krise
Wenn Betroffene nachdenken oder aussprechen, dass sie sich selbst verletzen oder nicht mehr leben wollen, muss unbedingt sofort Hilfe geholt werden! Solche Notsituationen müssen sehr ernst genommen werden – am besten wählen Betroffene oder Angehörige eine Notrufnummer oder suchen umgehend eine Notaufnahme auf! Depressive Menschen dürfen in einer solchen Krisensituation nicht allein sein.
Wichtige Adressen, Telefonnummern, Weblinks
Rettung
Notruf: 144
EU-weite Notrufnummer
Notruf: 112

Telefon Seelsorge
Notruf: 142
www.telefonseelsorge.at
Die österreichische Telefon Seelsorge ist kostenfrei rund um die Uhr erreichbar. Es gibt auch eine Onlineberatung.
Notfallpsychologischer
Dienst Österreich (NDÖ) Telefon: 0699/188 55 400
www.notfallpsychologie.at
Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs
www.gesundheit.gv.at
Unter „Krankheiten“ – „Psyche“ gibt es allgemeine Informationen zu Depressionen und z.B. Links zu Selbsthilfegruppen.
ARGE Selbsthilfe Österreich Simmeringer Hauptstr. 24
1110 Wien
Telefon: 01/74040 2855
arge@selbsthilfe-oesterreich.at www.selbsthilfe-oesterreich.at
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