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Erektionsstörungen

Liebe Leserinnen und Leser,

diese Website dient der allgemeinen Information über diverse Therapiegebiete. Diese Website ist nicht als Therapieberatung, Diagnose oder als Ersatz für ärztlichen Rat gedacht. Wenn Sie Fragen zu diesem Thema haben oder vermuten, dass Sie oder eine Ihnen nahestehende Person erkrankt ist, wenden Sie sich bitte umgehend an eine medizinische Fachkraft!

Erektionsstörungen verstehen

Das gelegentliche Ausbleiben einer Erektion ist kein Grund zur Sorge. Erst wenn eine Erektion dauerhaft für sechs Monate ausbleibt und ein partnerschaftlicher Verkehr unmöglich wird, ist es eine Krankheit. 

Eine Erektion bedeutet, dass der Penis sich mit Blut füllt. Ist der Penis nicht erigiert, wird der Blutstrom reduziert und in den schwammartigen Blutgefäßgeflechten – den sogenannten Schwellkörpern – ist nur wenig Blut vorhanden. Bei einer Erektion erweitern sich die kleinen arteriellen Gefäße im Penis und mehr Blut fließt in die Schwellkörper. Gleichzeitig entspannen sich die kleinen Muskeln. Die zunehmende Blutmenge drückt kleine Venen im Schwellkörper ab und der Blutabfluss vermindert sich – der Penis wird hart.

Eine Erektionsstörung – auch erektile Dysfunktion genannt – liegt dann vor, wenn der Penis dauerhaft die Fähigkeit verloren hat, sich langanhaltend zu versteifen. Das gelegentliche Ausbleiben einer Erektion ist nicht gleich eine Erektionsstörung.

Um festzustellen, ob eine Erektionsstörung vorliegt, können folgende Fragen helfen:

  • Haben Sie noch nächtliche oder morgendliche Erektionen?
  • Reagiert Ihr Penis auf sexuelle Reize und wird er steif?
  • Wird Ihr Penis steif genug, um Geschlechtsverkehr auszuüben?

Falls Fragen mit „Nein“ beantwortet werden, sollte eine Ärztin oder ein Arzt zur weiteren Abklärung kontaktiert werden.

Ursachen einer Erektionsstörung

Erektionsstörungen können jeden Mann betreffen und in jedem Alter auftreten. Denn Erektionsstörungen können viele Ursachen haben.

Erektionsstörungen können körperliche als auch psychische Auslöser  haben. Die Hauptrisikofaktoren sind Übergewicht, Bewegungsmangel, erhöhte Blutfettwerte sowie das metabolische Syndrom.

Weitere Ursachen für Erektionsstörungen können sein:

  • Alkohol-, Nikotin-, Drogenkonsum
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen (z.B. Bluthochdruck,
  • Arteriosklerose, koronare Herzerkrankung)
  • Stoffwechselkrankheiten (z.B. Diabetes, Fettstoffwechselstörungen, Schilddrüsenerkrankungen)
  • Bestimmte Medikamente (z.B. blutdrucksenkende und cholesterinsenkende Arzneimittel, Psychopharmaka, Beruhigungsmittel, starke Schmerzmittel, Appetitzügler, Hormonpräparate)
  • Gutartige Prostatavergrößerung (benignes Prostatasyndrom)
  • Erkrankungen des Gehirns oder Rückenmarks (Multiple Sklerose, Schlaganfall)
  • Veränderungen des Hormonspiegels
  • Fehlbildungen, Verletzungen oder Erkrankungen des Penis
  • Psychische Gründe: Stress, Versagensängste, Partnerschaftsprobleme

Jeder Mann, der an Erektionsstörungen leidet, sollte diese nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern die Ursachen ärztlich abklären lassen.

Irrtümer über Erektionsstörungen 

Erektionsstörungen sind ein sehr weit verbreitetes Problem.

Wichtig ist, dass Männer etwas gegen Erektionsstörungen tun und sich in Behandlung begeben. Es gibt keinen Grund, sich zu schämen oder zu leiden. Betroffene Männer sollten nicht zögern, eine Ärztin oder einen Arzt auf ihre Probleme anzusprechen.

Irrtum Nr. 1
Gegen Erektionsstörungen kann man nichts machen.

Es gibt viele Gründe für Erektionsstörungen: Rauchen, Übergewicht, Stress oder Probleme in der Partnerschaft. An diesen Ursachen kann jeder arbeiten – auch ohne ärztliche Hilfe. Manchmal reicht es, den Lebensstil zu ändern, abzunehmen, mehr Sport zu treiben. Auch ein offenes Gespräch in der Partnerschaft kann helfen, Blockaden zu lösen.

Es gibt aber auch körperliche Gründe für Erektionsstörungen, z.B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes, die sich nur mit einer medizinischen Behandlung therapieren lassen.

Irrtum Nr. 2
Ich habe Lust – also habe ich auch keine Erektionsstörung.

Erektionsstörung bedeutet, dass der Penis die Fähigkeit verloren  hat, sich langanhaltend zu versteifen. Die Lust auf Sex, also die Libido, spielt bei diesem Vorgang keine Rolle.

Das bedeutet: Auch wer große Lust hat, kann an Erektionsstörungen leiden! Bei einer Erektionsstörung verspürt ein Mann zwar Lust, hat aber nicht mehr die Fähigkeit, den Penis zu versteifen.

Irrtum Nr. 3
Wie unangenehm!
Über Erektionsstörungen redet man nicht.

Erektionsstörungen sind kein Tabuthema mehr! Eine Erektionsstörung  ist nichts, was Männer persönlich nehmen sollten. Eine erektile Dysfunktion ist eine Krankheit oder ein Warnsignal für eine andere ernsthafte Erkrankung. Reden Sie darüber – mit Ihrer Hausärztin, Ihrem Hausarzt oder auch Urolog:innen.

Irrtum Nr. 4
Ein Medikament gegen Erektionsstörungen kann mich in peinliche Situationen bringen.

Männer, die PDE-5-Hemmer einnehmen, müssen sich keine Gedanken  machen, in der Öffentlichkeit unangenehm aufzufallen. Denn PDE-5- Hemmer brauchen sexuelle Reize und eine Aktivierung des Nervensystems. Erst dann kann das Medikament eine Erektion auslösen.

Irrtum Nr. 5
Im Internet gibt es viel günstigere Medikamente gegen  Erektionsstörungen.

Im Internet findet man Anbieter, die zu einem günstigen Preis Mittel gegen Erektionsstörungen verkaufen. Die Quellen dieser Arzneimittel sind allerdings fragwürdig. Auch die genaue Zusammensetzung der Tabletten aus dem Internet ist oft unklar. Deshalb sollten nur Medikamente gegen Erektionsstörungen eingenommen werden, für die die Ärztin oder der Arzt ein Rezept ausgestellt hat.

Irrtum Nr. 6
Ich nehme schon andere Medikamente, da darf ich nichts gegen Erektionsstörungen nehmen.

Bevor Medikamente gegen Erektionsstörungen eingenommen werden können, muss eine gründliche, ärztliche Untersuchung stattfinden. Vor allem der kardiovaskulären Status ist von Bedeutung. Männer, die ein Potenzmittel einnehmen wollen, müssen unbedingt angeben, welche anderen Medikamente sie einnehmen oder bis vor Kurzem eingenommen haben.

Wussten Sie dass …

30 % der 50- bis-59-jährigen und mehr als 50 % der 60- bis 69-jährigen Männer an einer Erektionsstörung leiden?

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